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Nur weil einer am lautesten schreit…

von Jacob Donath am 17. Feb 2011 um 12:51

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…hat er nicht unbedingt Recht. Eine zentrale Figur der politischen Diskussion im vergangenen Jahr, war jemand, der sich aus der aktiven Politik bereits vor Jahren zurückgezogen hat. Die Diskussion, die im Rahmen des Buches „Deutschland schafft sich ab“ und den begleitenden Beiträgen des Autors, entstand, beschäftigte das ganze Land. Ob das der Integrationsdebatte geholfen hat, sei mal dahin gestellt. Dass es in manchen Bereichen geschadet hat und schaden wird, ist sicher.

Thilo Sarrazin hat im Sommer 2010 ein Buch veröffentlicht, dass er wissenschaftlich nennt, aber in weiten Teilen rassistische Züge hat. Sarrazin nennt das Thema „Integration“ als Problemfeld Deutschlands. Dass es dabei Probleme gibt, ist richtig. Die Gründe dafür sind allerdings vielschichtig und die liegen sicher nicht ausschließlich auf der Seite der Menschen mit Migrationshintergrund. Kein schöner Ausdruck, manchmal tut die „political correctness“ mehr weh, als sie hilft. Ja, ich darf das sagen, als Jude mit osteuropäischen Eltern. Dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist, denkt niemand, der mich kennt. Ja, man kann sagen, ich sei ein Beispiel für gelungene Integration. Aber ich hatte auch beste Voraussetzungen; meine Eltern sind beides Akademiker. In keinem anderen EU-Land hängt der Bildungsstand des Kindes derart von dem der Eltern ab wie in Deutschland.
Ist das richtig? Ist es in Ordnung dass Arbeiterkinder deutlich schlechtere Chancen haben Abitur zu machen, überhaupt erst aufs Gymnasium zu kommen, als Kinder von Akademikern? Sicher nicht!

Integration hat nicht nur was mit Migration zu tun. Natürlich sind die beiden Begriffe nicht gänzlich zu trennen und gehören zusammen, wenn man von Zuwanderung spricht. Doch der viel größere Punkt ist die Integration eines Kindes in die Gesellschaft, unabhängig jeder Herkunft. Elementarer Grundbaustein hierfür ist der freie Zugang zu Bildung, unabhängig des Geldbeutels der Familie. Das Fundament hierfür wird spätestens beim Kindergarten gelegt, der genügend Plätze bieten und kostenfrei sein muss, wie er es in Bad Homburg auf Antrag der SPD bereits ist. Auch sonst müssen alle die gleichen Chancen haben, ein erfolgreiches Leben zu haben. Der Staat, das Land, der Kreis und die Kommun müssen dafür die richtigen Rahmenbedingungen vorgeben. Im Dialog mit der Person, die sich integrieren möchte, sind sie der deutlich stärkere Part.

Eine Reaktion zu “Nur weil einer am lautesten schreit…”

  1. Holger

    Lieber Jacob

    Thilo Sarrazin beschäftigt mich schon eine längere Zeit und ich kann einfach nicht verstehen, warum Leute diesem Mann sein Geschwätz von Genen abkaufen. Er hat warscheinlich von Genen und der Vererbung von Intelligenz genauso viel Ahnung wie ich, denn weder er, noch ich haben Biologie, Medizin o.ä. studiert.
    Solche Stammtischparolen helfen keinem weiter, außer vielleicht Thilos Geldbeutel, denn dieser Mist wird leider gelesen. Fragt sich nur von wem?

    Liebe Grüße
    Holger

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